Viele Mitglieder der 1901 gegründeten Schützengesellschaft besorgten sich Uniformen und Gewehre auf eigene Kosten. Eine Fahnenweihe fand 1903 statt. Nach mündlicher Überlieferung soll es aber schon 1902 eine Fahnenweihe gegeben haben. Wilhelm Jakobi war der erste Schützenkönig in Loverich. Er hatte am 1. Juni 1902 den Königsvogel heruntergeschossen. Cäcilia Hages erwählte er zu seiner Schützenkönigin. In diesem Jahr wurde schon in einem Festzelt gefeiert.

38 Schützengesellschaften waren 1913 beim Verbandsfest des „Westdeutschen Schützenverbandes" in Loverich zu Gast, dazu mehrere Musikkapellen. Aus dem Erlös des Festes erhielt die Kirche eine neue Fahne mit dem Bild des Pfarrpatrons St. Willibrord. Während des 1. Weltkrieges und in der 1918 folgenden Besatzungszeit war das Leben der Schützengesellschaft stark beeinträchtigt, da viele Schützenbrüder als Soldaten an der Front waren.

Ein Verbandsfest der Schützen des Amtes Immendorf, das 1933 in Loverich stattfand, war Höhepunkt und zugleich erneut ein Wendepunkt des Schützenlebens. Mit dem Ziel der Wehrertüchtigung wollte die NSDAP die Schützengesellschaft zu „Mitglieder des NS-Reichsbundes für Leibesübungen" umfunktionieren.

Der 2. Weltkrieg brachte einen weiteren Rückschlag. Das Leben der Schützengesellschaft kam gänzlich zum Erliegen. Die Uniformen wurden bei den Spinnstoffsammlungen abgegeben, die während des Krieges durchgeführt wurden. Aus den beiden Weltkriegen kehrten viele Schützen nicht mehr heim.

Ihre Namen sind auf den Gefallenentafeln in der Pfarrkirche verzeichnet. Nach der Heimkehr aus der Evakuierung und nach dem Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Häuser entschloss man sich wieder zur Neugründung einer Schützenvereinigung.