Aus der Geschichte der St. Josef-Schützenbruderschaft Loverich e.V. (bis 1899)

Die Geschichte der Schützenbruderschaft ist ein Teil der Ortsgeschichte und der Pfarre Loverich. Loverich gehört heute mit seinen 1.202 Einwohnern zur Stadt Baesweiler.

loverich

 

Bis zur Franzosenzeit gehörte Loverich zu den Stammlanden des Jülicher Herzogtums. Zur Zeit der französischen Besatzung wurde Loverich 1798 mit Floverich und Puffendorf eine Bürgermeisterei.

Der Ort Loverich wird erstmals 1248 in einer alten Schrift mit dem Namen „Luverke" genannt. Daraus wurde unser heutiger Ortsname Loverich. Das Herzogtum Jülich war in Ämter aufgeteilt. Loverich gehörte zum Amt Aldenhoven.

Nach der Fremdherrschaft wurden die Verwaltungsbezirke neu geordnet. Während der Besatzung war unser Gebiet in Departements und Kantone aufgeteilt. Sie bestanden aus den Mairien (Bürgermeistereien). Nach dem Wiener Kongress kamen wir 1862 unter preußische Verwaltung.

Die Aufteilung des Gebiets erfolgte jetzt in Kreise und Regierungsbezirke. Mehrere Gemeinden wurden zu Amtsbezirken zusammengefasst. 1972 wurden die sieben Dörfer Baesweiler, Setterich, Beggendorf, Loverich, Floverich, Oidtweiler und Puffendorf zur Gemeinde und späteren Stadt Baesweiler zusammengefasst.

Zur Geschichte der Schützen allgemein ist zu sagen, dass sie früher zeitweise abhängig waren von einem herrschenden Fürsten, der im Besitz der Wehrhoheit war. Die Bürger waren verpflichtet, auf ihre Kosten dem Landesherrn Heeresfolge zu leisten. Als aber die vielen Fehden in schlimmere Kriege ausarteten, wurden gegen Sold und Handgeld Landsknechte angeworben.

Die einzigen stehenden Truppen in unserem Herzogtum waren im Anfang des 16. Jahrhunderts die auftretenden „Hofschützen", die auch zum Hausgesinde des Fürsten gehörten (Stadtbuch Jülich). Die ersten Notizen über die Tätigkeit von Lovericher Schützen stammen aus dem Jahre 1724. Sie sind in einem alten Jahrbuch als Hand- und Spanndienste aufgezeichnet.

Darin wird erwähnt, dass Schützen aus Loverich und Floverich die Aufgabe hatten, einen Transport von Steuergeldern zur Residenzstadt Düsseldorf (Baesweiler Heimatbuch, W. Reinartz) zu begleiten.

Aus dem Baesweiler Heimatbuch von Werner Reinartz entnehmen wir folgende Notiz zu den Verpflichtungen der hiesigen Inhaber eines Hofes in Loverich:

„Item deßgleichen, wannehe der Landherr Verde hatt und dem Herrn vanoede ist, Geschütz off anders zu führen, sollen diejenigen, die den großen Zehndten hant zu Loverich und daherumb, auch einen Wagen ahnspannen, umb solch Gezeug zu fahren als vorschreven."

Die Anordnungen von Hand- und Spanndiensten gaben den Fürsten die Möglichkeit, kurzfristig die Bürger heranzuholen zu Arbeiten beim Bau von Befestigungen oder friedlicheren Arbeiten, wie Wegebau und die Beschaffung von Baumaterial. Die Sorge um kirchliche Belange, wie es bis heute noch Tradition ist, war Aufgabe der Schützen.

Ein Visitationsbericht für den Schützenmeister Verken aus Puffendorf lässt darauf schließen, dass die hiesigen Schützen schon in einer Gemeinschaft organisiert sein konnten. In den Städten waren dies die Schützengilden. Ihre Aufgabe war die Sorge um Ordnung und Sicherheit.

Die Schützengilden wurden mit Genehmigung des Landesherrn gebildet. Bei der Durchführung von Prozessionen waren zeitweise Schützen nötig, da es einmal zu üblen Knallereien gekommen war. Während der französischen Besatzungszeit um 1800 wurden viele Bruderschaften aufgelöst. Erst nach Ablegung eines Eides auf Napoleon wurden sie wieder geduldet.